Dokumente 1989

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Ostsee-Zeitung 10./11. Juni 1989Domeinweihung OZ

Westpresse: Die Welt 15. Juni 1989  - Die Zeitung “Die Welt” und andere Publikationen des Klassenfeindes konnte man in der DDR nicht kaufen und durfte sie auch nicht lesen.  

Domeinweihung WELT

Noch ein Artikel vom Klassenfeind aus dem Westen, der in wenigen Monaten unser Wunschpartner wurde. Domeinweihung 1

Im Neuen Deutschland wurde am 19. 7. 1989 ein Briefwechsel zwischen Honecker und Bischof Gienke veröffentlicht.

Im Neuen Deutschland wurde am 19. 7. 1989 ein Briefwechsel zwischen Honecker und Bischof Gienke veröffentlicht.

ReisenSPD Aufruf 1SPD Aufruf 2SPD Aufruf 3SPD Aufruf 4SPD Aufruf 5Demokratie Jetzt 1Demokratie Jetzt 2Demokratie Jetzt 3

CDU 9-89 1CDU 9-89 2 CDU 9-89 3TchicheTchiche 1

Tschiche 16-10-1989NF Aufruf 1NF Aufruf 2

Mitgliederliste NFNF Aufruf 3NF Aufruf 4

In der Johanna-Odebrecht-Stiftung traf sich eine Gruppe von Mitarbeitern und Bekannten der Mitarbeiter seit August 1989 und diskutierte die aktuellen Ereignisse. Von dieser Gruppe ging die Initiative zum 1. Friedengebet und der anschließenden Demonstration aus. An die Synode der Evangelischen Landeskirche in Greifswald richtete sie folgendes Schreiben:

Gewaltloser Dialog 1Gewaltloser Dialog 2

NNN 21-10-1989OZ 21-10-1989OZ 24-10-1989 2OZ 24-10-1989 3OZ 24-10-1989 1NNN 24-10-1989NF Sprecher 10-1989

Antragsentwurf NF 24-10-1989

Aus dem Antragsentwurf des Neuen Forums wurden zwei wesentliche Punkte gestrichen: Die Zweistaatlichkeit Deutschlands und das Streben nach keinem kapitalistischen Gesellschaftssystem.

Antrag NF 25-10-1989Ergänzungsantrag NF 28-10-1989

NF 10-1989NF 10-1989 1NF 10-1989 2OZ 25-10-1989DEmokrat 25-10-1989OZ 26-10-1989

Friedensgebet OZ 29-10-1989Friedensgebet NNN 31-10-1989

8 Punkte für GreifswaldDemokratie VolksentscheidNF 28-10-1989 1NF 28-10-1989 2Demokratie 1Demokratie 2SDP 11-1989Infoblatt der SDP von Anfang November 1989.

Schon im November 1989 konnte die SPD in der Wiesenstraße 48 ein Büro eröffnen. Lothar Brandt und Christoph Pratsch arbeiteten dort ehrenamtlich.  Lothar Brandt wurde ab 1. April 1990 hauptamtlicher Geschäftsführer, kurz vorher war Udo Miraß als Mitarbeiter der SPD eingestellt worden. Am 1. Juli 1990 zog die SPD in die Brüggstraße 5.

SPD 1989 NoackDer Greifswalder Studentenpfarrer Arndt Noack gehörte zu den Initiatoren zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR.

Mitgliederliste SPDMitgliederliste SPD 1Die erste Mitgliederliste der SDP in Greifswald.SED 22-11-1989 1SED 22-11-1989 2SED 22-11-1989 3Die Angst war verflogen. Menschen standen mit Namen und Adresse für die politische Veränderung in der DDR ein. NF DialogOZ 31-10-1989Ostsee-Zeitung 31. Oktober 1989

OZ 1-11-1989 1OZ 1-11-1989OZ 2-11-1989OZ 3-11-1989 1OZ 3-11-1989NNN 4-11-1989Norddeutsche Neuste Nachrichten 4./5.11.1989OZ 8-11-1989

Die Gründung des Neuen Forums wurde von der Stasi genau beobachtet. Auch im Oktober 1989 war sie noch Schwert und Schild der Partei, der SED. Das Schwert wurde aber immer stumpfer.  Die folgende Unterlagen erhielt Hinrich Kuessner vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR:

Stasi NF 15-10-1989 1Stasi NF 15-10-1989 2Stasi NF 15-10-1989 3Stasi NF 15-10-1989 4Stasi NF 15-10-1989 5Stasi NF 15-10-1989 6Stasi NF 15-10-1989 7Stasi NF 15-10-1989 8Stasi NF 15-10-1989 9Stasi NF 15-10-1989 10Stasi NF 15-10-1989 11Stasi NF 15-10-1989 12Stasi NF 15-10-1989 13Stasi NF 15-10-1989 14Stasi NF 15-10-1989 15Stasi NF 15-10-1989 16Stasi NF 15-10-1989 17Stasi NF 15-10-1989 18Stasi NF 15-10-1989 19Stasi NF 15-10-1989 20Stasi NF 15-10-1989 21Stasi NF 15-10-1989 221 NNN 2-11-1989Norddeutsche Neuste Nachrichten 2. 11. 1989

1 OZ 7-11-1989Ostsee-Zeitung 7. 11. 1989

OZLeserbrief 4-11-1989

Keimpel m11-1989

NF AG

NF AG Staat und RechtNF AG Staat und Recht 1

1 OZ 8-11-1989Ostsee-Zeitung 8. 11. 1989

1NNN 11-11-1989NNN

Pfarrer Dr. Reinhard Glöckner hatte das Mensagespräch am 9. November 1989 früher verlassen. Zuhause hörte er die Nachricht von der Öffnung der DDR-Grenze in den Westen. Er kam zurück in die Mensa und gab dem Gesprächsleiter Pfarrer Roland Springborn folgenden Zettel, den Herr Springborn unter großem Jubel vorlas.

Zettel 9-11-1989

Neuste Norddeutsche Nachrichten 11./12. 11. 1989

1 NNN 14-11-1989Neuste Norddeutsche Nachrichten 14. 11. 1989

1 OZ 14-11-1989Ostsee-Zeitung 14. 11. 1989

1Demokrat 15-11-1989Demokrat 15. 11. 19891 NNN 21-11-1989

Rede von Hinrich Kuessner auf der Kundgebung auf dem Greifswalder Marktplatz am 15. 11. 1989

Rede 15-11-1989 1Rede 15-11-1989 2

Wittenberg

 

Hinrich Kuessner

 

Rede auf der Kundgebung am 22. 11. 1989 in Greifswald

Bürgerinnen und Bürger von Greifswald!

Demokratie braucht Freiheit. Wir haben die Nacht der Stagnation und Angst hinter uns. Endlich sagen wir, was wir denken. Endlich beginnt das Volk zu bestimmen, was Sache ist in diesem Staat. Es gibt aber noch einen Machtapparat der alten Kräfte, der für uns unsichtbar und angsterregend ist. Er hat sich einen neuen Namen gegeben: Amt für nationale Sicherheit. Er will 4-5.000 Mitarbeiter entlassen. Er will seine Aufgabenstellung verändern.

Was bedeutet das?

Wie viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter hat die Stasi? Sind 5.000, die abgebaut werden sollen, 10% oder 0,001% der Gesamtzahl?

Die Staatssicherheit war der Apparat der Knechtung und Knebelung des Volkes. Ich fordere die Aufdeckung der Strukturen und Arbeitsweisen der Stasi. Bürger, helft mit dabei. Wer in der Vergangenheit und Gegenwart mit der Stasi in Berührung kam, posaune es aus in die Öffentlichkeit. Ehrenamtliche Mitarbeiter, Informanten der Stasi enttarnt Euch!

Bürgerinnen und Bürger helft solchen Informanten, dass sie herauskommen aus diesem Spinnennetz und dass wir ihnen und sie uns gerade in die Augen sehen lernen. Gebt ihnen die Chance, aufrichtige Bürger zu werden. Ruft nicht nach Rache und Vergeltung, sondern nach Aufklärung, Bestrafung der Schuldigen und Rehabilitation der Stasi-Opfer. Unterscheidet zwischen Verführten und Verführern, zwischen Erpreßten und Erpressern.

Änderung der Struktur und Arbeitsweise dieses Machtapparates muss auch eine Änderung des Mitarbeiterstabes bedeuten. Wer für die Unterdrückung des Volkes gedrillt und geschult wurde, taugt nicht zur Überwachung unserer nationalen Sicherheit. Für dieses wichtige Amt brauchen wir Bürger, die die Wende nicht nur auf ihrem Schreibtischstuhl vollzogen haben. Auch hier brauchen wir Demokraten. Vertrauen kann nur entstehen, wenn die Vergangenheit lückenlos von einem unabhängigen Untersuchungsausschuß durchleuchtet wird. Die Archive müssen geöffnet werden. Dann wird sich zeigen, wer das Vertrauen des Volkes hat, um über seine nationale Sicherheit zu wachen. Das gilt auch für die Stadt Greifswald: Ich fordere einen Untersuchungsausschuß, der aus Bürgern besteht, die von den Bürgern der Stadt dazu das Vertrauen haben.

Fragen Stasi 22-11-1989 1Fragen Stasi 22-11-1989 2

 

Dieser Fragenkatalog wurde dem Stasichef Peter Erfurth vor dem Mensagespräch am 22.11.1989 übergeben. Er meinte, dass er bis auf zwei Fragen alle Fragen beantworten kann. Bei den zwei Fragen ging es um die Anzahl der hauptamtlichem Stasimitarbeiter und die der Informanten.

AG Wahlen 1AG Wahlen 2AG Wahlen 3AG Wahlen 41a23a4Labs 1

 

Hinrich Kuessner

Rede auf der Kundgebung am 22. 11. 1989 in Greifswald

“Bürgerinnen und Bürger von Greifswald!

Demokratie braucht Freiheit. Wir haben die Nacht der Stagnation und Angst hinter uns. Endlich sagen wir, was wir denken. Endlich beginnt das Volk zu bestimmen, was Sache ist in diesem Staat. Es gibt aber noch einen Machtapparat der alten Kräfte, der für uns unsichtbar und angsterregend ist. Er hat sich einen neuen Namen gegeben: Amt für nationale Sicherheit. Er will 4-5.000 Mitarbeiter entlassen. Er will seine Aufgabenstellung verändern.

 Was bedeutet das?

Wie viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter hat die Stasi? Sind 5.000, die abgebaut werden sollen, 10% oder 0,001% der Gesamtzahl?

 Die Staatssicherheit war der Apparat der Knechtung und Knebelung des Volkes. Ich fordere die Aufdeckung der Strukturen und Arbeitsweisen der Stasi. Bürger, helft mit dabei. Wer in der Vergangenheit und Gegenwart mit der Stasi in Berührung kam, posaune es aus in die Öffentlichkeit. Ehrenamtliche Mitarbeiter, Informanten der Stasi enttarnt Euch!

 Bürgerinnen und Bürger helft solchen Informanten, dass sie herauskommen aus diesem Spinnennetz und dass wir ihnen und sie uns gerade in die Augen sehen lernen. Gebt ihnen die Chance, aufrichtige Bürger zu werden. Ruft nicht nach Rache und Vergeltung, sondern nach Aufklärung, Bestrafung der Schuldigen und Rehabilitation der Stasi-Opfer. Unterscheidet zwischen Verführten und Verführern, zwischen Erpreßten und Erpressern.

 Änderung der Struktur und Arbeitsweise dieses Machtapparates muss auch eine Änderung des Mitarbeiterstabes bedeuten. Wer für die Unterdrückung des Volkes gedrillt und geschult wurde, taugt nicht zur Überwachung unserer nationalen Sicherheit. Für dieses wichtige Amt brauchen wir Bürger, die die Wende nicht nur auf ihrem Schreibtischstuhl vollzogen haben. Auch hier brauchen wir Demokraten. Vertrauen kann nur entstehen, wenn die Vergangenheit lückenlos von einem unabhängigen Untersuchungsausschuß durchleuchtet wird. Die Archive müssen geöffnet werden. Dann wird sich zeigen, wer das Vertrauen des Volkes hat, um über seine nationale Sicherheit zu wachen. Das gilt auch für die Stadt Greifswald: Ich fordere einen Untersuchungsausschuß, der aus Bürgern besteht, die von den Bürgern der Stadt dazu das Vertrauen haben.”

Vor dem, Mensagespräch am, 22. 11. 1989 haben einige Vertreter des Neuen Forums und der SDP Fragen formuliert, die der Leiter der Kreisdienststelle der Stasi, Herr Erfurth, beantworten sollte. Die Fragen wurden ihm einige Tage vor der Veranstaltung übergeben und er meinte, dass er bis auf zwei alle beantworten kann. Was dabei herauskam, können Sie unter Mensagespräch nachlesen.

Der Fragenkatalog:

I. Grundsätzliche Frage

  1. Was waren und sind die Aufgaben der Stasi?
  2. Wie sieht die Struktur des Ministeriums für Staatssicherheit aus?
  3. Was und wer sind die inneren Feinde?
  4. Welches sind die anderen Rechtsvorschriften, nach denen der Stasi arbeitet und was beinhalten sie?
  5. Wem ist das Ministerium für Staatssicherheit rechenschaftspflichtig?
  6. Ist es zutreffend, daß neben der offiziellen Berichterstattung (Planberichte, Presse) eine geheime Berichterstattung durch das Ministerium für Staatssicherheit erfolgte?

II. Kreisdienststelle Greifswald

  1. Welche Struktur hat die Kreisdienststelle?
  2. Wie viel hauptamtliche Mitarbeiter arbeiten in der Kreisdienststelle?
  3. Wie viel ehrenamtliche Informanten hat die Kreisdienststelle?
  4. Woher kommen die Finanzen für die bauliche Erweiterung?
  5. Welchen Zweck hat die bauliche Erweiterung?
  6. Was geschieht im Zimmer des Sicherheitsbeauftragten im Hauptgebäude der Universität und welche Geräte sind dort installiert?
  7. Das Vorgehen des Stasi in der Sektion Physik im November 1988 aufgrund der Spendenaktion für den Protest gegen das Verbot des Sputnik möchte erläutert werden!
  8. Warum gibt es im KKW eine eigene Kreisdienststelle, und welche Aufgaben erfüllt sie?
  9. Wurden Diplomverteidigungen durch die Arbeit der Stasi beeinflußt?
  10. Sind Ihnen Fälle bekannt, wo Druck auf Bürger ausgeübt wurde?
  11. Wurde durch Informantentätigkeit Bespitzelung der Bevölkerung betrieben?
  12. Ist es wahr, daß grundsätzlich alle Kaderleiter von Betrieben (auch von kleinen) von der Staatssicherheit ihren Segen bekommen müssen? Ich weiß dieses von ehemaligen Kaderleitern des Bereiches Medizin der Uni und aus Krippenvereinigungen. Meines Wissens ist die jetzige Kaderleiterin der Krippenvereinigung die Frau des hier anwesenden Herrn Erfurth. Stimmt das alles?
  13. Jahresetat für die Stasi? Vergleich mit anderen Kreisen!
  14. Seit Wochen wird in der Domstraße Papier verbrannt, handelt es sich dabei um Archivmaterial?
  15. Können Sie bestätigen oder dementieren, daß Nachbarn oder ähnliche bei beantragten NSW-Besuchsreisen befragt wurden? Wo sind die eventuellen Schriftstücke?
  16. Minister Mielke bestätigte vor der Volkskammer, die Anstrengungen der Staatssicherheit zur Veränderung festgestellter negativer Zustände. Welche Veränderungen erfolgten konkret in Greifswald durch Ihre Arbeit?
  17. Anfrage von Herrn Kadow, Neuenkirchen: Wo ist meine Akte geblieben? Er wurde zugeführt von Herrn Tobel. Er möchte den Leuten gegenübergestellt werden, die ihn verleumdet haben. Was wird aus denen in Zukunft, die andere angezeigt haben?
  18. Welche technischen Möglichkeiten stehen der Staatssicherheit zur Verfügung?

III. Finanzierung der Stasi-Mitarbeiter

Stimmt es, daß Stasi-Mitarbeiter teilweise in Devisen oder Forum-Schecks bezahlt werden oder wurden?

IV. Arbeitsaufgaben des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit

  1. Welche Möglichkeiten hat das Ministerium für Staatssicherheit, um gegen Bürger der DDR vorzugehen? (Festnahmen, Vorladungen …)
  2. Welche rechtsstaatlichen Möglichkeiten hat ein Bürger gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit?
  3. Welche Rechte hat ein Stasi-Mann mit Klappkarte gegenüber den Bürgern?
  4. Die „Klappkarte“ berechtigte am 8. 10. 1989 Stasi-Mitarbeiter mehrfach grundlos, meine Personalien zu notieren! Ist das auch eine Funktion der „Klappkarte“?
  5. Ist ein Mitarbeiter der Stasi mit seinem Ausweis berechtigt, sich gegen den Willen des Bewohners Zutritt zur Wohnung des Bewohners zu verschaffen?
  6. Stimmt es, daß private und dienstliche Telefonanschlüsse abgehört und Briefverkehr kontrolliert werden?
  7. Welcher Unterschied ist zwischen dem alten Ministerium für Staatssicherheit und dem Amt für Nationale Sicherheit?
  8. Welche Daten darf die Staatssicherheit sammeln?
  9. Wo werden die Daten aufgehoben?
  10. Wie konnte es passieren, daß die Talfahrt der Wirtschaft von der Staatssicherheit nicht bemerkt wurde?
  11. Warum werden Gefangene in U-Haft der Staatssicherheit in Einzelhaft gehalten? Warum bekommen sie kaum Lesestoff? Warum werden andere Häftlinge angesetzt zum Ausfragen des Mitgefangenen? (Hierzu wurde von Herrn Melitz eine Antwort in 14 Tagen zugesagt.)

V. Sonstige Fragen

  1. Hat es nach der „Wende“ Rücktritte im Stasi-Bereich gegeben?
  2. Wie hätten Sie entschieden, wenn sie den Befehl erhalten hätten mit militärischer Gewalt gegen die Demos vor 4 oder 6 Wochen vorzugehen?
  3. Wenn Sie jetzt den Befehl erhalten würden, militärisch gegen uns vorzugehen, würden Sie diesem Befehl folgen?
  4. Wo war die Stasi als Tisch und Co. Ihr Amt mißbrauchten? Warum hat die Stasi solche Fälle nicht rechtzeitig aufgeklärt?
  5. Was wissen Sie über das Jagdgebiet Eixen? Wer waren die Weidgenossen in diesem Jagdgebiet?
  6. Wo stehen Ferienheime der Staatssicherheit, und wie viele sind es im Bezirk Rostock?
  7. Was wird aus dem Ferienobjekt in Prerow des MdI (Fischerheim), mindestens Kategorie I mit eigenen Gewächshäusern usw.
  8. War die Stasi der Büttel für die herrschende Klasse wie Mittag, Tisch usw. Sie wurden geschützt, während andere Bürger stundenlang verhört wurden. Sollen Sie Privilegien sichern? Wann kann  die Stasi kontrolliert werden?
  9. Anfrage einer Engländerin: Wie sind heute die Vorgänge zur Prüfung eines Antrages auf ständige Wohnsitznahme eines Ausländers?
  10. Von wem oder was hängt die Einreisegenehmigung eines BRD-Bürgers ab, der vor 5 ½ Jahren ausgereist ist?
  11. Gab es sogenannte Freikäufe von DDR-Bürgern? Wenn ja, wo sind die Devisen verbucht und verbraucht?

 

OZ 24-11-1989 NF Argumente Dialog 1 NF 25-10-89 Antrag Zulassung Initiative 19-10-89 2 Initiative 19-10-89 1 Anschreiben

Schülerbrief 26-11-1989Offener Brief NVA 3-12-1989AG Wirtschaft NF 4-12-1989AG Wirtschaft NF 4-12-1989 2SPD 11-1989SDP-Papier vom November 1989SED FrauenSPD 1989

Verfassung Artikel 1_0001

Am 1.12.1989 wird nach Druck von der Straße auf Beschluss der Volkskammer der Führungsanspruch der SED in Artikel 1 der DDR-Verfassung gestrichen

Lichterkette

Einladung 1-12-1989

Aufruf Generalstreik 6-12-1989

Flugblatt zum 6-12-1989

Aufruf Kundgebung 6-12-1989

Am 2. Dezember 1989 bereiteten Gruppen einen DDR-weiten Generalstreik vor. SDP und Neues Forum in Greifswald sprachen sich nicht für den Streik aus. Denn sie befürchteten einen Zwischenfall im Kernkraftwerk. Wenn der Generalstreik an anderen DDR-Orten stattfand, wollten wir uns aber nicht verweigern. Deshalb bereiteten wir ein Flugblatt vor. Es kam dann anders. Das Flugblatt blieb im Schrank. Am 4. Dezember 1989 spitzte sich die Lage weiter zu. In einer sehr schnellen Aktion besetzten wir die SED-Kreisleitung und die Kreisdienststelle der Stasi. In Absprache mit Jürgen Drenckhan vom Neuem Forum und Norbert Meyer von der SDP erstellt Hinrich Kuessner folgendes Flugblatt, das auf dem Weihnachtsmarkt verteilt wurde:

Flugblatt 1989-12-6 Stasi

Am 4.12.1989 haben wir rund 70 Panzerschränke und einige Räume im Stasigebäude mit diesen Siegeln verschlossen. Auf das Siegelband kam noch ein Stempel des Kreisstaatsanwaltes.

Siegel 2

Schreiben an VP 5-12-1989

SPDSPD 1NF 12 1989 1NF 12 1989 2NF 12 1989 3

NF 2SPD 2

 

Am 4. 12. 1989 veröffentlichte die Arbeitsgruppe Wirtschaft des Neuen Forums einen Forderungskatalog:

Öffentliche Mitteilung

Des NEUEN FORUM Greifswald, Arbeitsgruppe Wirtschaft

 Erster Forderungskatalog

Für die volkseigenen Betriebe der Stadt und des Territoriums Greifswald unter spezieller Berücksichtigung des Kombinates Kernkraftwerke Greifswald

 Um unsere Wirtschaft wieder wirtschaftlicher zu machen, bedarf es in ihr eines umfassenden Strukturwandels.

Ein Schwerpunkt dieser notwendigen Veränderungen muß die Abschaffung des Primats der politischen Interessen einer Partei (bzw. eines Teils dieser Partei) über unsere ökonomische Erfordernisse sein. Wir fordern daher die vollständige Auflösung aller Strukturen, die zur Sicherung der Vorherrschaft der SED in den Betrieben geschaffen wurden.

 Wir fordern:

 Die Betriebsorganisationen aller Parteien und Massenorganisationen, außer Gewerkschaften sind aufzulösen. Die von ihnen belegten Räume in den Betrieben und sonstiges genutztes Betriebseigentum sind zurückzugeben.

  1. Die gewählten bzw. eingesetzten ehrenamtlichen Mitarbeiter der Parteien und Organisationen in den Betrieben haben ihre gesamte gesellschaftliche Tätigkeit auf Zeiten außerhalb der Arbeitszeit zu verlegen (außer Gewerkschaften im gesetzlich bzw. vertraglich fixierten Umfang).
  2. Die Betriebsformationen der Kampfgruppen und der Gesellschaft für Sport und Technik sind aufzulösen, ihre Bewaffnung ist kontrolliert der Verschrottung zuzuführen.
  3. Die Strukturen des ehemaligen MfS und des jetzigen Amtes für nationale Sicherheit in den Betrieben sind kontrolliert aufzulösen. Die über Betriebsangehörige angelegte Dossiers sind diesen persönlich und vollständig zu übergeben.
  4. Die Herausgabe der Betriebszeitung als Organ einer Partei ist zu beenden.
  5. Die in den Betrieben bestehenden Kaderkommissionen sind aufzulösen.

 Kernkraftwerke stellen unabhängig davon, in welchem Land sie errichtet werden, ein großes Potential möglicher Umweltbelastung und Umweltschädigung dar.

 Daher fordern wir:

 Informationen und Offenlegung über den gegenwärtigen im Kombinat Kernkraftwerke erreichten Stand der Vermeidung von negativen Auswirkungen sowie über Maßnahmen zur Begrenzung derartiger Auswirkungen.

  1. Auf der Basis einer umfassenden Analyse des gegenwärtigen Sicherheitsniveaus der Kernkraftwerke und der von ihnen ausgehenden Umweltbelastungen ist eine neue Sicherheits- und Umweltphilosophie für den Weiterbetrieb (einschließlich Erweiterung, umfassende Rekonstruktionen und Stillegungen)der nuklearen Anlagen zu erarbeiten und durchzusetzen. Sämtliche Etappen dieser Arbeit müssen öffentlich kontrollierbar abgerechnet werden.
  2. Die Analyse des gegenwärtigen Standes muß eine Kosten-Nutzen-Bilanz solcher politisch motivierter Investitionsobjekte wie COMOS und „Umgebungsüberwachung“ enthalten.

 Die Werktätigen im Kombinat Kernkraftwerke sind gleichberechtigte Bürger der DDR.

 Deshalb fordern wir:

 Alle Kombinatsanweisungen, die für KKW-Angehörige Einschränkungen gegenüber gesetzlich verankerten Rechten bedeuten, sind mit sofortiger Wirkung aufzuheben.

  1. Die Termini „Reisekader“ und „bestätigte Kontaktperson“ sind abzuschaffen. Über die Teilnahme an Dienstreisen ist von den betrieblichen Leitern nur in Abhängigkeit von den betrieblichen Notwendigkeiten, der fachlichen Kompetenz der betreffenden Mitarbeiter und der Finanzlage des Betriebes zu entscheiden.
  2. Jedem KKW-Angehörigen ist das gleiche Recht auf Schutz seines Lebens und seiner Gesundheit wie allen andern Bürgern zu gewähren. Daher ist jegliche Unterscheidung in „Strahlenwerktätige“ und „Sonstige“ abzulehnen. Höchstzulässige Expositionswerte für KKW-Angehörige können nur die für alle Bürger der DDR gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerte sein.

FrauenSPD 12-1989

Nüßmeier 17-12-1989